Kurzthese
Beschreibung
Anhand von fünf empirischen Interviews wurde das Thema Erwerbsarbeit in den Berliner Clubkulturen erörtert. Es entstand eine Skizze differenzierter Vorstellungen von Arbeit, Strukturen und Verbindlichkeiten für jene, die in Clubs ihren Lebensunterhalt verdienen. Das Konzept der Kreativwirtschaft wird zudem als Schablone eines neuen, neoliberal geprägten Verständnisses der Subjektivierung von Erwerbstätigkeit durch das Raster der Clubkulturen der jüngeren Gegenwart analysiert.
Das vorläufige Ergebnis dieser Forschung sind vier Dimensionen des Arbeitens, die die Bereiche Geschlechter(un)verhältnisse, Emotionalisierung von Arbeit, Risiko und den Ethos des Do-it-Yourself berühren. Mit diesem Portfolio sollen Fragen an die Umgestaltung des Konzeptes „Arbeit“ aufgegriffen werden. Die sukzessive Auflösung des scheinbaren Gegensatzes von Arbeits- und Freizeitorten führt auch zum Ende distinguierter Räume des zivilen Rückzugs vor der Allmacht der Arbeitswelt, die wie kein anderes Konzept Herkunft, Kultur, Geschlechter, Habitus und Religionen gegenwärtig transzendiert. Nischen werden kleiner und zu mehr oder minder lukrativen Themenparks von sich als kreativ-urban verstehenden gesellschaftlichen Gruppen. Die dabei entstehenden Verschiebungen spiegeln sich auch in der räumlichen Neustrukturierung Berlins nach 1990 wieder, wobei auch zunehmend Migrant_innen aus der ganzen Welt Berlin als post-touristischen Standort definieren.
Eine Analyse der Arbeit innerhalb von Clubkulturen verrät dabei viel über die sich wandelnde Konzipierung und den Umfang von Arbeits- und Vergnügungsbezirken sowie über Urbanität generierende und simulierende Stadtsegmente.