Lange Nacht der Ideen am 6. Juni 2019: OPEN – MUSEEN IM DIGITALEN WANDEL
Museen als bedeutsame Orte des Bewahrens, Forschens, Ausstellens und der Reflexion befinden sich in einem Prozess der Transformation. Im digitalen Wandel denken sie über ihre Grundlagen, Ziele und Vermittlung nach. Digitale Erweiterungen versprechen eine Überwindung ihrer physischen Räume und einen schwellenlosen Austausch mit einem vielfältigen Publikum. Wie kann, innerhalb dieser sich verändernden Rahmenbedingungen, der Zugang zu Kulturdaten sinnvoll gestaltet werden? Wie wichtig ist eine europäische Position, die sich auf ihre aufklärerische Tradition bezieht? Können Museen hierbei einen entscheidenden Beitrag leisten? Diesen und anderen Fragen wollen wir in Diskussionen und interaktiven „Break Out Sessions” nachgehen.
VERANSTALTUNGSORT
6. Juni 2019, 18 – 24 Uhr
Tresor Club Berlin, Globus Floor
Köpenicker Str. 70, 10179 Berlin
Der Eintritt ist frei. Der Zutritt ist Gästen unter 18 Jahren nicht erlaubt. Diese Veranstaltung ist barrierefrei.
18:00 Uhr EINLASS
18:15 Uhr OPENING
Laura Bernhardt, Projektleitung, re:publica
18:20 -19:30 Uhr
THE FUTURE OF THE VISITOR EXPERIENCE – MUSEALE ZUKUNFTSVISIONEN FÜR DIE GEGENWART
Workshop (DE/EN)
mit Ceren Topçu, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, museum4punkt0, Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz
Wie bringen wir die Zukunft in die Gegenwart? In diesem Workshop werden wir mit einem spekulativen Designansatz experimentieren und uns gemeinsam den Museumsbesuch der Zukunft vorstellen, um Potenziale für die Gegenwart zu imaginieren.
Das Verbundprojekt museum4punkt0, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, vernetzt sieben Kultureinrichtungen mit diversen Sammlungsfoki, in dessen Rahmen die Staatlichen Museen zu Berlin erproben, wie digitale Berührungspunkte in Visitor Journeys nutzerorientiert gestaltet, verknüpft und strategisch integriert werden können.
Die Teilnehmerzahl ist auf 16 Personen begrenzt. First come, first served.
19:15 – 19:30 Uhr
ALL AT ONCE (DE)
Break Out Session mit Studio TheGreenEyl, Berlin, New York
Mit dem „All At Once” schlägt TheGreenEyl einen datengesteuerten Ansatz vor um in die Jahrtausende der materiellen Kultur einzutauchen: Ein Designkonzept und Software-Framework das ermöglicht, enzyklopädische Museumssammlungen durch Machine-Learning-Technologie auf neuartige Weise zu verstehen und darzustellen.
TheGreenEyl, Büro für Gestaltung raumgreifender Installationen und Ausstellungen, übersetzt schwer zu fassende Sachverhalte in sinnlich-materielle Erfahrungen und erforscht dabei das ästhetische Potential neuer Technologien.
19:45 – 19:50 Uhr
BEGRÜSSUNG
Andreas Gebhard, Mitgründer und Geschäftsführer, re:publica
19:50 – 20:00 Uhr
GRUSSWORT
Michelle Müntefering,
Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik, Auswärtiges Amt
20:00 – 20:10 Uhr
DIE TRESORTÜR IM HUMBOLDT FORUM (DE)
Statement von Dimitri Hegemann, Geschäftsführer, Tresor Berlin
20:10 – 20:40 Uhr
DIGITALITÄT UND AUFKLÄRUNG: MUSEEN FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT
Keynote + Q&A (DE)
Digitalität soll vieles leisten: Menschen Zugang zu Kulturdaten verschaffen, für Verständigung und Verständnis sorgen, idealiter weltweit. Doch zeigen die jüngsten Diskussionen über Facebook und Google, wie naiv die Annahme ist, dass dies ohne weiteres gelänge. Wie wäre eine digitale Form anzulegen, damit sie eine aufklärerische Öffentlichkeit befördert? Wie könnte sich eine solche „aufklärerische" Öffentlichkeit darstellen?
21:00 – 21:30 Uhr
MUSEEN UND DIE KONZEPTE OPEN ACCESS UND OPEN DATA → DA GEHT NOCH WAS
Keynote + Q&A (DE)
Prof. Dr. jur. Ellen Euler, LL.M.
Digitale Medien bieten optimale Bedingungen für den Vermittlungsauftrag von Kultureinrichtungen. Trotzdem verknappen viele Wissen und Kultur im Internet und kommerzialisieren ihre digitalen Angebote, statt freien Zugang für die Allgemeinheit zu schaffen. Warum ist das so und was lässt sich hieran ändern?
21:30 – 22:30 Uhr
CHANGE OF PERSPECTIVES AND DIMENSIONS – WAS HEISST OFFENER ZUGANG ZU KULTURDATEN?
Podiumsdiskussion + Q&A (DE)
Der Zugang zu Kulturgüter muss im Zuge der Digitalisierung neu verhandelt werden. Wie kann dieser Zugang sinnvoll gestaltet werden? Allgemein verfügbares, kulturelles Erbe fördert neue Forschungsansätze und kulturelle Beteiligung. Welche Verantwortung hat das Museum für einen offenen Kulturtransfer? Welche Rolle spielen Kulturinstitutionen für eine demokratische Gesellschaft in Europa? Wie können Machtstrukturen aufgedeckt und Kulturmonopole verhindert werden? Welche Formen der Vermittlung sind notwendig, um das Wissen vor Manipulationen zu bewahren?
HIERZU DISKUTIEREN:
Prof. Dr. jur. Ellen Euler, LL.M., begleitete als Leiterin der Geschäftsstelle und als stellvertretende Geschäftsführerin den Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek. Seit Juli 2017 lehrt sie an der FH Potsdam mit dem Schwerpunkt Open Access / Open Data. Zuletzt verfasste sie die Open Access Strategie Brandenburg für das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg, die im Juni 2019 veröffentlicht wurde.
Katharina Fendius ist seit 2017 für übergeordnete Projekte der stellvertretenden Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin verantwortlich. Im Verbundprojekt „museum4punkt0” leitet sie das Teilprojekt „Visitor Journeys neu gedacht" für die Staatlichen Museen zu Berlin.
Jan Nikolai Nelles ist ein in Berlin lebender Multimedia-Künstler. In seiner Arbeit fordert er eine kritische Reformulierung geltender kultureller Werte, eine Infragestellung der Repräsentationsmacht durch materielle Güter „anderer” Kulturen, sowie von Konzepten für das kulturelle Erbe in Identitätspolitiken.
Prof. Dr. Sandra Richter, Studium der Germanistik, Politikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie; Professorin für Deutsch am King’s College London, seit 2008 Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Stuttgart, seit 2019 Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach.
Yvonne Zindel ist Artistic Researcher an der UdK Berlin im „Program DiGiTal - Digitization: Design & Transformation”. Sie forscht und arbeitet seit 2012 zu Techniken des Digitalen.
MODERATION:
Clara Herrmann ist Leiterin der Jungen Akademie der Akademie der Künste, einem internationalen Artist-in-Residence-Programm in Berlin. Zuvor leitete sie das Programm „Digital Solitude”, Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. Sie ist Mitherausgeberin der Publikation „Der Digitale Kulturbetrieb – Strategien, Handlungsfelder & Best Practices” (Springer Gabler Verlag, 2019).
22:45 – 23:15 Uhr
IM DIALOG MIT DEN DINGEN – Q&Q (DE)
Ein Thingstead [thing: Ding; stead: Stätte, Ort]
Break Out Session mit Lisa Baumgarten und Anja Neidhardt
Die Gestaltung, Verwendung und Einordnung von Dingen prägt unsere sozialen Interaktionen, aber auch unsere Beziehungen zueinander und zu den Dingen selbst. Wie können die Geschichten von Dingen Formen von Hierarchisierung und Machtausübung offenbaren? Und welche Rolle spielen Museen in der Konstruktion und Anerkennung dieser Geschichten? Anstatt Antworten zu liefern werden durch Fragen in einem Q&Q verschiedenste Ebenen von und rund um Dinggeschichten freigelegt.
Lisa Baumgarten arbeitet und lehrt als Gestalterin in Berlin und Bremen. Sie forscht u. A. zu feministischer Designtheorie und Dinggeschichte. Sie teilt sich in Berlin Mitte ein Büro mit Anja Neidhardt, die als Journalistin und Wissenschaftlerin ebenfalls im Bereich Gestaltung unterwegs ist und momentan an der Academy of Visual Arts in Frankfurt/Main Designgeschichte und -theorie lehrt.
23:15 – 23:30 Uhr
OBLITERATING DIFFERENCES – COPY VS. ORIGINAL (EN)
Conversation between Diane Drubay and Evgeniya Panova
Technology has the power to free objects of their physical locations. The transformation from the physical original to digital reproduction provides us with uniformly accessible and modifiable copies of cultural heritage sites. The difference between the copy and original blurs more and more the more sophisticated digital means we possess, democratising and diversifying access to our heritage, but also threatening the authenticity and ability to appreciate it. Is through cyberspace the new way we will perceive heritage sites in the future? And if yes, then how can we make sure to maintain a balance between the copy and the original?
Diane Drubay accelerates the transformation of museums internationally since 2007. Her vision of the future of museums inspired the creation of We Are Museums, and beforehand, the museum digital strategy agency Buzzeum. She also founded the Museum Think Tank Berlin, co-founded Museomix and is currently the conference curator of Museum Connections. Previously, she worked at the French Ministry of Culture and Communication and at the Henner Museum in Paris.
Evgeniya Panova heads content and communications at Data Natives, a community forging data science network around the globe - spanning local grassroots Meetups to international conferences. She is a co-creator and organiser of Art + Tech - a meetup community of technology, science and culture experts and enthusiasts that aims to enhance cross-departmental and intersectional conversation about art, culture and technology.
18:00 – 24:00 Uhr
A DOGMENTED REALITY
Augmented-Reality-Experience
Studierenden der Hochschule für Künste Bremen
Realität nehmen wir selektiv wahr, beeinflusst durch unsere physische Konstitution und unsere individuelle soziale Prägung. Augmented Reality kann zwischen verschiedenen Positionen vermitteln. Die Studierenden entwickeln künstlerische, erweiterte Realitäten, die spekulativ in und aus der Perspektive eines Hundes oder einer anderen Lebensform übersetzen.
Ein Teamprojekt der „School of Visual Combinations” im Master Integriertes Design der HfK Bremen begleitet von Prof. Tania Prill, Prof. Oskar Korsár und Paul Steinmann.